Plattform-Leitfäden

Shopsysteme und CMS im BFSG-Check

Kein Shopsystem und kein CMS macht eine Website barrierefrei – und keines macht sie automatisch unzugänglich. Die Plattform entscheidet, wie viel Arbeit Ihnen der Standard abnimmt. Was bei Ihren Kundinnen und Kunden ankommt, entscheiden Ihr Theme, Ihre Erweiterungen und Ihre Inhalte. Deshalb schreiben wir diese Leitfäden je System: Standards, Erweiterungsmechanismus und typische Fehler unterscheiden sich, Gesetz und Maßstab – BFSG, EN 301 549 und WCAG 2.2 AA – sind für alle gleich.

Jeder Leitfaden beantwortet dieselben Fragen in derselben Reihenfolge: Gilt das BFSG für einen Shop oder eine Website auf diesem System? Was bringt die Plattform mit, was nicht? Was finden wir auf Websites damit? Welche WCAG-Kriterien sollten Sie zuerst prüfen, in welcher Reihenfolge arbeiten Sie sinnvoll, und was deckt eine automatische Prüfung ab – und was testen Sie weiterhin selbst?

Shopsysteme und CMS

  • WooCommerce

    Block-Checkout und „accessibility-ready“-Themes sind ein Anfang. Cookie-Banner, Swatch-Plugins, AJAX-Filter und Zahlungs-Iframes sind die Stellen, an denen WooCommerce-Shops durchfallen.

  • JTL-Shop

    JTL nennt NOVA ab 5.5.0 barrierefrei. Child-Templates von vor dem Update, Plugins und leere img_alt-Felder in JTL-Wawi sind die Stellen, an denen JTL-Shops trotzdem durchfallen.

  • Magento / Adobe Commerce

    Bei Magento entscheidet das Frontend: Luma-basierte Themes tragen Fehler, die Adobe selbst dokumentiert hat – Erweiterungen, Checkout und Headless-Builds bringen eigene mit.

  • Gambio

    Gambio hat seit 2025 viel am Malibu-Theme verbessert – aber nur für Shops, die aktualisieren. Alte Themes, StyleEdit-Farben, Hover-Buttons und der Checkout sind die Stellen, an denen Gambio-Shops durchfallen.

  • Contao

    Der Contao-Core nimmt Barrierefreiheit ernst, aber viele Websites laufen auf Templates, die vor Jahren überschrieben wurden. Alte Templates, mobile Menüs, Redaktionsinhalte und Isotope-Checkouts sind die Stellen, an denen Contao-Seiten durchfallen.

  • plentymarkets / PlentyONE

    Zwei Storefronts, eine Warenwirtschaft: Theme-Plugins, Plugins in Containern und für Marktplätze gepflegte Artikeldaten sind die Stellen, an denen plentymarkets-Shops durchfallen.

  • Wix

    Wix schreibt den Code, Sie bestimmen Reihenfolge, Überschriften, Farben, Apps und Alt-Texte. Frei platzierte Elemente und Apps aus dem App Market sind die typischen Schwachstellen.

  • Drupal

    Der Drupal-Core hat ein Accessibility-Gate. Eigene Themes, Contrib-Module und das, was die Redaktion in CKEditor 5 schreibt, haben keins – dort fallen Drupal-Websites durch.

  • OXID eShop

    OXID erklärt APEX für barrierefrei nach WCAG-Stufe AA. Veraltete Child-Themes, Module in Theme-Blöcken und der Checkout sind die Stellen, an denen OXID-Shops trotzdem durchfallen.

  • Webflow

    Geprüfte Elemente und das Audit-Panel sind ein Anfang. Interactions ohne Reduced-Motion-Bedingung und Widgets aus Div-Blöcken sind die Stellen, an denen Webflow-Websites durchfallen.

  • Joomla

    Cassiopeia wurde barrierefrei gebaut, jooa11y prüft Beiträge. Kauf-Templates, alte Overrides und Erweiterungen ohne Angaben zur Barrierefreiheit sind die Stellen, an denen Joomla-Websites durchfallen.

  • Jimdo

    Erst klären, ob das BFSG überhaupt gilt. Wenn ja: Farbsets mit zu wenig Kontrast, drei Überschriftengrößen nach Optik und eingefügte Widgets sind die typischen Schwachstellen.

  • Squarespace

    Squarespace liefert Skip-Link, Fokusrahmen und beschriftete Checkout-Felder. Frei angeordnete Fluid-Engine-Layouts, Farbwahl und eingefügter Code sind die typischen Schwachstellen.

  • IONOS MyWebsite

    MyWebsite Now bietet Überschriftenebenen, Alt-Text- und Titelfelder – ausfüllen müssen Sie sie. Ungeprüfte KI-Seiten, schwache Paletten und unbeschriftete Einbindungen sind die typischen Schwachstellen.

  • Neos

    Neos liefert kein Frontend: NodeTypes und Fusion-Komponenten Ihrer Agentur bestimmen das Markup. Komponenten, Alt-Texte je Bildelement, Sprach-Fallbacks und Formulare sind die Stellen, an denen Neos-Websites durchfallen.

Bisherige Plattform-Leitfäden

Was alle Plattformen gemeinsam haben

Über alle Systeme hinweg entstehen die meisten Befunde an denselben fünf Stellen: beim Cookie-Banner, der vor jeder Seite steht; bei Varianten und Filtern, die sich ändern, ohne es anzusagen; bei Menüs, die sich nur beim Hovern öffnen; bei Slidern und Galerien; und im Checkout oder Kontaktformular mit eingebetteten Feldern von Drittanbietern. Ein Plattform-Update ändert daran selten etwas, weil all das aus Theme, Erweiterungen oder Ihren eigenen Inhalten kommt.

Ob das BFSG gilt, hängt davon ab, was Sie anbieten, nicht von der Software: Wer online an Verbraucher verkauft, erbringt eine Dienstleistung im elektronischen Geschäftsverkehr; eine reine Informationswebsite eines privaten Unternehmens in der Regel nicht. Den Überblick finden Sie unter BFSG für Onlineshops und im BFSG- und EAA-Leitfaden.

Geschrieben, um nützlich zu sein, nicht als Rechtsberatung. Stand: 27. September 2026.

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