Definition: Assistive Technologien sind Hard- und Software, mit denen Menschen mit Behinderungen Computer, Smartphones und das Web bedienen – etwa Screenreader, Braillezeilen, Bildschirmlupen, Sprachsteuerung oder spezielle Tastaturen und Schalter. Eine barrierefreie Website liefert ihnen die Informationen, die sie dafür brauchen [1].
Englisch: Assistive technology · Abkürzung: AT · Zuletzt geprüft: 27. September 2026
Welche es gibt
| Werkzeug | Wer es nutzt | Was die Website liefern muss |
|---|---|---|
| Screenreader | blinde und viele sehbehinderte Menschen | Struktur, Namen, Rollen, Alternativtexte |
| Braillezeile | blinde und taubblinde Menschen | dasselbe wie für Screenreader |
| Bildschirmlupe | Menschen mit Sehbehinderung | Reflow, sichtbarer Fokus, Inhalte nah beieinander |
| Sprachsteuerung | Menschen mit motorischen Einschränkungen | sichtbare Beschriftungen im zugänglichen Namen |
| Schalter, Mundstab, Augensteuerung | Menschen mit starken motorischen Einschränkungen | volle Tastaturbedienbarkeit, große Ziele, keine Zeitlimits |
| Untertitel und Hörhilfen | gehörlose und schwerhörige Menschen | Untertitel, Transkripte |
Dazu kommen Einstellungen, die in jedem Betriebssystem stecken: Vergrößerung, hoher Kontrast, reduzierte Bewegung, Vorlesefunktion. Viele Menschen nutzen sie, ohne sich selbst als Nutzende assistiver Technologie zu sehen.
Wie assistive Technologien eine Seite verstehen
Die meisten Werkzeuge sehen nicht das Bild der Seite, sondern lesen, was der Browser über die Bedienungshilfen-Schnittstelle des Systems bereitstellt: den Accessibility Tree. Darin hat jedes Element eine Rolle, einen Namen und einen Zustand. Stimmt das, funktionieren Screenreader, Sprachsteuerung und Schaltersteuerung gleichermaßen. Das ist der Grund, warum semantisches HTML so viel bewirkt: Ein echter <button> bringt Rolle, Tastaturbedienung und Fokus von Haus aus mit.
Die WCAG sprechen deshalb von „programmatisch ermittelbar“: Eine Information muss nicht nur sichtbar sein, sondern auch im Code stehen, damit Software sie weitergeben kann [2].
Häufige Missverständnisse
- „Das braucht nur eine kleine Gruppe.“ Viele assistive Funktionen – Zoom, Untertitel, Tastaturkürzel – nutzen sehr viele Menschen.
- „Eine eigene Vorlesefunktion auf der Website hilft.“ Wer einen Screenreader braucht, hat ihn schon. Ein Vorlese-Knopf ersetzt keinen sauberen Code, und eine zusätzliche Werkzeugleiste kann stören, wie beim Overlay.
- „Wenn es mit einem Screenreader klappt, klappt es mit allen.“ Screenreader, Browser und Betriebssysteme verhalten sich unterschiedlich. Testen Sie mit mehr als einer Kombination.
Wie Reviseberg damit umgeht
Reviseberg prüft mit axe-core die Voraussetzungen im Code, auf die assistive Technologien angewiesen sind, und bedient Ihre wichtigste Nutzerreise mit einem Tastatur-Agenten – so, wie es Menschen mit Tastatur oder Schalter tun. Ein Screenreader-, Sprachsteuerungs- oder Zoom-Agent ist heute nicht Teil von Reviseberg. Was nur mit einer bestimmten assistiven Technologie geprüft werden kann, bleibt „nicht geprüft“, bis ein Mensch ein Ergebnis mit Methode erfasst.
Verwandte Begriffe
Screenreader · Braillezeile · Bildschirmlupe · Sprachsteuerung · Accessibility Tree · Tastaturbedienbarkeit