Definition: Eine Bildschirmlupe ist Software, die einen Ausschnitt des Bildschirms stark vergrößert – oft um ein Vielfaches. Menschen mit Sehbehinderung sehen damit immer nur einen kleinen Teil der Seite und bewegen den Ausschnitt mit Maus, Tastatur oder Fokus über den Bildschirm [1].
Englisch: Screen magnifier · Auch: Vergrößerungssoftware · Zuletzt geprüft: 27. September 2026
Wie Menschen mit Vergrößerung arbeiten
Jedes große Betriebssystem bringt eine Lupe mit: die Windows-Bildschirmlupe, der Zoom unter macOS und iOS, die Vergrößerung unter Android. Dazu kommen spezialisierte Programme mit Farbfiltern, geglätteten Schriften und Sprachausgabe. Manche Menschen vergrößern auch nur im Browser mit Strg + Plus – dann greift Reflow. Eine Lupe dagegen vergrößert den ganzen Bildschirm, und die Seite merkt davon nichts.
Das verändert, wie eine Seite wahrgenommen wird. Wer nur einen Ausschnitt sieht, erkennt Zusammenhänge nicht auf einen Blick. Er muss sie suchen.
Was dabei schiefgeht
- Meldungen am anderen Ende des Bildschirms: Ein Hinweis „Gespeichert“ oben rechts, während man unten links tippt, wird nie gesehen.
- Beschriftung weit weg vom Feld: Steht das Label links und das Feld ganz rechts, passt beides nicht in den Ausschnitt.
- Inhalte, die nur beim Überfahren erscheinen und verschwinden, sobald man die Maus bewegt, um sie zu lesen (WCAG 1.4.13).
- Fokus, der nicht sichtbar ist oder hinter einer fixierten Leiste verschwindet: Die Lupe folgt dem Fokus, aber wer ihn nicht sieht, verliert die Orientierung (WCAG 2.4.11).
- Text in Bildern, der beim Vergrößern verpixelt.
- Schwacher Kontrast, der bei starker Vergrößerung noch stärker auffällt.
Was Ihre Website dafür braucht
- Zusammengehöriges nah beieinander: Label und Feld, Fehlermeldung und Feld, Frage und Antwortmöglichkeiten.
- Statusmeldungen nah an der Handlung, die sie auslöst.
- Ein deutlicher Fokusindikator und ein ausreichender Kontrast.
- Echter Text statt Bilder von Text.
- Tooltips, die man mit der Maus erreichen kann, ohne dass sie verschwinden, und die sich mit Escape schließen lassen.
Wie Reviseberg damit umgeht
Reviseberg misst Kontrast mit axe-core und prüft mit dem Tastatur-Agenten, ob der Fokus sichtbar ist (keyboard:focus-visible) und ob er auf etwas ohne Größe oder außerhalb des Bildschirms landet (keyboard:focus-invisible). Ob Inhalte bei starker Vergrößerung zusammenbleiben, prüft Reviseberg nicht. Ein Zoom-Agent ist heute nicht Teil von Reviseberg; Kriterien wie 1.4.13 bleiben „nicht geprüft“, bis ein Mensch ein Ergebnis erfasst.
Verwandte Begriffe
Reflow · Kontrastverhältnis · Fokusindikator · Textabstände · Assistive Technologie