Definition: Der zugängliche Name (englisch accessible name) ist die Bezeichnung, unter der ein Element im Accessibility Tree steht – bei einem Warenkorb-Button zum Beispiel „Warenkorb“. Screenreader sagen ihn an, Sprachsteuerung reagiert auf ihn. Der Browser berechnet ihn nach festen Regeln aus Textinhalt, Beschriftung, alt oder ARIA-Attributen [1][2].
Englisch: Accessible name · Zuletzt geprüft: 27. September 2026
Woher der Name kommt
Der Browser prüft die möglichen Quellen in einer festen Reihenfolge und nimmt die erste, die etwas liefert [1][2]:
aria-labelledby– der Text eines anderen Elements, auf das verwiesen wird,aria-label– ein Text direkt im Attribut,- die native Beschriftung –
<label>bei Formularfeldern,altbei Bildern,<legend>bei Fieldsets,<caption>bei Tabellen, - der Textinhalt – bei Links, Buttons und Überschriften, einschließlich der Alternativtexte darin,
- als Notlösung
titleoder bei Eingabefeldernplaceholder.
Daraus folgt: Ein aria-label überschreibt den sichtbaren Text. Das ist selten gewollt [5].
Wer ihn braucht
Ein Screenreader sagt bei jedem Bedienelement Name und Rolle an: „Warenkorb, Schaltfläche“. Fehlt der Name, hört man nur „Schaltfläche“ und muss raten. WCAG 4.1.2 Name, Rolle, Wert verlangt deshalb für jedes Bedienelement einen Namen [3].
Auch Sprachsteuerung arbeitet mit dem Namen. Wer „Klick auf Senden“ sagt, trifft nur, wenn „Senden“ im zugänglichen Namen steht. Das verlangt WCAG 2.5.3 Beschriftung im Namen: Der sichtbare Text muss im Namen enthalten sein [4].
Im Code
<!-- Kein Name: angesagt wird „Schaltfläche“ -->
<button>
<svg aria-hidden="true">…</svg>
</button>
<!-- Name für den Icon-Button -->
<button aria-label="Menü öffnen">
<svg aria-hidden="true">…</svg>
</button>
<!-- Noch besser: sichtbarer Text -->
<button>Suchen</button>
Häufige Fehler
- Icon-Buttons und Icon-Links ohne Text, etwa Suche, Menü, Schließen oder Social-Media-Symbole.
- Ein
aria-label, das vom sichtbaren Text abweicht: sichtbar steht „Senden“, angesagt wird „Formular abschicken“. Sprachsteuerung findet den Button dann nicht. - Nur ein Platzhalter im Feld. Der
placeholderverschwindet beim Tippen und ist nur eine Notlösung für den Namen. - Zehnmal „Mehr erfahren“. Jeder Link hat einen Namen, aber in der Linkliste des Screenreaders sind sie nicht zu unterscheiden.
aria-labelauf einem<div>ohne Rolle. Dort ist das Attribut nicht vorgesehen und wird von vielen Screenreadern ignoriert.
Wie Reviseberg damit umgeht
Die axe-core-Regeln button-name, link-name, label, select-name, input-button-name, aria-input-field-name und image-alt finden Bedienelemente, Felder und Bilder ohne zugänglichen Namen. Ob ein vorhandener Name treffend ist – „Button 1“ ist auch ein Name –, kann keine Regel entscheiden. Im Protokoll des Tastatur-Agenten steht bei jedem Schritt Rolle und Name des fokussierten Elements. So sieht ein Mensch schnell, wo Namen fehlen oder nichts sagen. Ob die sichtbare Beschriftung wirklich im Namen steckt, prüfen Sie am besten zusätzlich von Hand.
Verwandte Begriffe
Accessibility Tree · ARIA · Alternativtext · Formularbeschriftung · Sprachsteuerung