Glossar · Prüfen & Werkzeuge

Automatisierte Prüfung

Definition: Bei der automatisierten Prüfung untersucht Software Webseiten nach festen Regeln auf Barrieren – etwa fehlende Alternativtexte, zu geringen Kontrast oder Felder ohne Beschriftung. Sie ist schnell und wiederholbar, kann aber nur eine Minderheit der WCAG-Erfolgskriterien vollständig entscheiden. Der Rest braucht menschliches Urteil.

Englisch: Automated accessibility testing · Zuletzt geprüft: 28. September 2026

Wie wir prüfen und wo die Grenzen liegen, beschreibt unsere Prüfmethodik.

Was Software entscheiden kann – und was nicht

Eine Regel kann feststellen, ob ein Bild einen Alternativtext hat. Ob der Text das Bild richtig beschreibt, kann sie nicht. Sie misst den Kontrast von Text auf einfarbigem Grund, aber nicht auf einem Foto. Sie sieht, ob ein Link einen Namen hat, aber nicht, ob „Mehr erfahren“ im Zusammenhang verständlich ist.

In Revisebergs eigenem Katalog der 55 WCAG-2.2-Kriterien der Stufen A und AA sieht das so aus:

Was Software entscheiden kann – und was nicht
Automatische PrüfungKriterienBeispiele
entscheidet vollständig5Seitentitel (2.4.2), Seitensprache (3.1.1), Kontrast (1.4.3)
entscheidet teilweise19Alternativtexte (1.1.1), Name, Rolle, Wert (4.1.2)
erreicht nicht31Untertitel (1.2.2), Fehlerhinweise (3.3.1), Statusmeldungen (4.1.3)

Jede dieser Einstufungen steht auf der Seite des jeweiligen Kriteriums in unserer WCAG-Übersicht.

Wofür sie trotzdem unverzichtbar ist

Automatische Prüfungen sind schnell, gründlich und wiederholbar. Sie laufen über hunderte Seiten, wo ein Mensch zehn schafft, und sie finden dieselben Fehler bei jedem Durchlauf wieder. Damit eignen sie sich für die häufigen, mechanischen Fehler und für die Kontrolle, ob ein behobener Fehler behoben bleibt. Die Zeit von Menschen geht dann dorthin, wo keine Regel hinkommt.

Der typische Irrtum

Ein Scan ohne Befunde heißt: Die Regeln haben nichts gefunden. Er heißt nicht: Die Seite ist barrierefrei. Genau dieser Fehlschluss steckt hinter Barrierefreiheitserklärungen, die volle Konformität behaupten, und hinter Overlays, die Barrierefreiheit per Skript versprechen.

Wie Reviseberg damit umgeht

Reviseberg führt alle axe-core-Regeln auf jeder Seite aus und schickt einen Tastatur-Agenten durch Ihre wichtigste Nutzerreise. Was eine Regel nicht entscheiden kann, erscheint als „mögliches Problem“, nie als bestanden. Kriterien, die keine automatische Prüfung erreicht, bleiben „nicht geprüft“, bis eine Person ein Ergebnis erfasst – siehe manuelle Prüfung.

Verwandte Begriffe

Manuelle Prüfung · axe-core · Overlay · WCAG · Konformitätsstufen

Weiterführend

Häufige Fragen

Wie viel findet ein automatischer Test?

Er entscheidet nur eine Minderheit der WCAG-Kriterien vollständig. In unserem Katalog sind es 5 von 55 Kriterien der Stufen A und AA; bei 19 weiteren findet er einen Teil der Fehler.

Reicht ein automatischer Test für das BFSG?

Nein. Er ist ein guter Anfang und zeigt viele häufige Fehler. Für eine belastbare Aussage braucht es zusätzlich manuelle Prüfungen.

Wie oft sollte automatisch geprüft werden?

Bei jeder größeren Änderung und regelmäßig, etwa wöchentlich. Neue Inhalte bringen neue Fehler.

Quellen

  1. W3C WAI, Selecting Web Accessibility Evaluation Tools – https://www.w3.org/WAI/test-evaluate/tools/selecting/
  2. W3C, WCAG 2.2 – https://www.w3.org/TR/WCAG22/
  3. Deque, axe-core – https://github.com/dequelabs/axe-core

Sehen Sie, was ein Scan auf Ihrer Website findet

Eine Seite in rund 30 Sekunden, ohne E-Mail. Der vollständige Bericht umfasst bis zu 100 Seiten und einen Tastatur-Durchlauf.