Glossar · Technik & Code

Skip-Link

Definition: Ein Skip-Link ist ein Link ganz am Anfang einer Seite, meist mit dem Text „Zum Inhalt springen“, der direkt zum Hauptinhalt führt. So müssen Menschen, die mit der Tastatur navigieren, nicht auf jeder Seite erst durch Logo, Menü und Suche tabben. Er ist eine der anerkannten Techniken für WCAG 2.4.1 Blöcke umgehen auf Stufe A [1][2].

Englisch: Skip link · Auch: Sprunglink · Zuletzt geprüft: 27. September 2026

Wer ihn braucht

Ein Hauptmenü mit vierzig Links bedeutet vierzig Tab-Drücke – auf jeder Seite, bevor der eigentliche Inhalt beginnt. Das betrifft Menschen mit motorischen Einschränkungen, die eine Tastatur, einen Schalter oder einen Mundstab nutzen und für jeden Tastendruck Kraft und Zeit brauchen. Es betrifft auch Menschen, die eine Bildschirmlupe nutzen und dem Fokus durch die ganze Navigation folgen müssten.

Screenreader-Nutzende haben andere Wege, etwa Landmarks und Überschriften. Browser bieten sehenden Tastaturnutzenden solche Sprünge aber nicht an. Für sie ist der Skip-Link der schnellste Weg zum Inhalt [3].

  • Er ist das erste fokussierbare Element der Seite. Der erste Tab-Druck landet auf ihm.
  • Sein Ziel existiert: href="#inhalt" braucht ein Element mit id="inhalt", am besten <main>.
  • Er wird spätestens beim Fokus sichtbar. Viele Seiten blenden ihn aus, bis er den Fokus bekommt. Das ist in Ordnung – unsichtbar beim Fokus ist er nutzlos und verstößt zusätzlich gegen 2.4.7 Fokus sichtbar.
  • Sein Text ist eindeutig und in der Sprache der Seite.

Im Code

<!-- Fehlt: 40 Menülinks vor dem Inhalt -->
<header>…</header>
<nav>…</nav>
<main>…</main>
<a class="skip" href="#inhalt">
  Zum Inhalt springen
</a>
<header>…</header>
<nav>…</nav>
<main id="inhalt">…</main>
.skip { position: absolute; left: -999em; }
.skip:focus { left: 1rem; top: 1rem; }

Häufige Fehler

  • Das Ziel fehlt. Nach einem Relaunch heißt der Hauptbereich anders, und der Link führt ins Leere.
  • Er bleibt unsichtbar, auch wenn er den Fokus hat – etwa durch display: none oder eine Farbe ohne Kontrast.
  • Er ist nicht der erste Tab-Stopp, weil Cookie-Hinweis, Sprachwahl oder Social-Media-Links davor stehen.
  • Er springt, aber der Fokus nicht. Die Seite scrollt, der nächste Tab-Druck setzt trotzdem im Menü fort. Testen Sie das in allen Browsern, die Sie unterstützen.

Wie Reviseberg damit umgeht

Bevor der Tastatur-Agent die erste Taste drückt, prüft er, ob das erste fokussierbare Element ein Link auf ein Sprungziel dieser Seite ist und ob es dieses Ziel gibt. Ist das nicht so, meldet er die Regel keyboard:skip-link und schreibt in den Schritt, was er stattdessen gefunden hat. Dazu kommen die axe-core-Regeln skip-link (das Ziel eines Sprunglinks existiert) und bypass (die Seite bietet überhaupt einen Weg vorbei an wiederholten Blöcken). Ob das Ziel wirklich der Hauptinhalt ist und ob der Link sich gut bedienen lässt, beurteilt am Ende ein Mensch.

Verwandte Begriffe

Landmark · Tastaturbedienbarkeit · Fokusreihenfolge · Fokusindikator · Tastaturfalle

Weiterführend

Häufige Fragen

Ist ein Skip-Link Pflicht?

WCAG 2.4.1 verlangt einen Weg, wiederholte Blöcke zu überspringen. Ein Skip-Link ist eine anerkannte Technik dafür, Landmarks und Überschriften sind weitere. Für sehende Tastaturnutzende ist der Skip-Link aber meist die einzige, die wirklich hilft.

Darf der Skip-Link unsichtbar sein?

Ja, solange er nicht fokussiert ist. Sobald er den Tastaturfokus hat, muss er sichtbar werden.

Brauche ich mehrere Skip-Links?

Meist reicht einer zum Hauptinhalt. Bei sehr langen Seiten können weitere Sprünge helfen, etwa zur Suche. Zu viele davon sind aber selbst wieder ein Block, den man durchtabben muss.

Quellen

  1. W3C, WCAG 2.2, Erfolgskriterium 2.4.1 Bypass Blocks – https://www.w3.org/TR/WCAG22/#bypass-blocks
  2. W3C, Understanding SC 2.4.1 Bypass Blocks – https://www.w3.org/WAI/WCAG22/Understanding/bypass-blocks
  3. WebAIM, "Skip Navigation" Links – https://webaim.org/techniques/skipnav/

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